Spuren der Zeitgeschichte in und um Rottweil |
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Die Luftverteidigungszone WestEnde der Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts wurde im Westen Deutschlands die sogenannte „Luftverteidigungszone West“ (LVZ West) geschaffen. Sie sollte – ähnlich wie der „Westwall“ gegen Bodentruppen – einen durchgängigen Abwehrriegel gegen Angriffe aus der Luft bilden. Dieses Ziel konnte jedoch, ebenfalls wie beim Westwall, niemals erreicht werden.Rund um das „Dreieck“ Oberndorf, Rottweil, Schramberg gab es eine für Baden-Württemberg außergewöhnliche Massierung der LVZ, da in diesen drei Städten jeweils wichtige Rüstungsbetriebe angesiedelt waren. Dies waren Mauser in Oberndorf (u. a. Infanteriewaffen und leichte Flakgeschütze), die IG Farben in Rottweil (Pulver und Kunstseide, u.a. für Fallschirme) und Junghans in Schramberg (Zünder). Wer sich ausführlich über die
Luftverteidigungszone West informieren möchte, dem sei das
LVZ-West-Buch
von Friedrich Wein empfohlen.
Allerdings wird der Raum Rottweil in diesem nur gestreift, dafür werden u.a. Oberndorf und der Nordschwarzwald ausführlich behandelt. Informationen zur LVZ um Oberdorf gibt es auch hier: http://www.geschichtsspuren.de/forum/viewtopic.php?t=16546 Die meisten Einträge stammen von meiner Wenigkeit, leider muss man angemeldet sein, um die Bilder betrachten zu können. Die mir bisher bekannten schweren LVZ-West-Flakstellungen im Landkreis Rottweil sind:
Quellen: 1 noch vorhanden / (1) noch teilweise vorhanden 2 alliiertes Luftbild aus der Kriegs- oder frühen Nachkriegszeit 3 Plan aus der Nachkriegszeit im Kreisarchiv Rottweil 4 "Die Luftverteidigungszone West" - Friedrich, Florian und Felix Wein Sofern nicht anders angegeben, sind Pläne der Stellungen im Kreisarchiv Rottweil vorhanden (und Kopien davon in meinen Unterlagen). Die Pläne sind aber teils recht ungenau, was die Verwendung und genaue Bauform der einzelnen Bettungen anbelangt. So ist z.B. die Befehlsstelle II in Flözlingen als normale achteckige Geschützbettung eingezeichnet, obwohl diese aus zwei rechteckigen Geräteständen mit Verbindungsgang besteht usw. Darüber hinaus befand sich in Zimmern ob Rottweil eine Flak-Kaserne mit großem Beständelager und in Horgen ein Flieger-Beobachtungsbunker. Die drei Stellungen um Oberndorf (2, 7, 10) werden wie gesagt in oben genanntem LVZ-Buch ausführlich behandelt und daher von mir hier (zunächst) ausgespart. Den Rest möchte ich nach und nach aufarbeiten. Bei Infos jedweder Art zu einer der Stellungen freue ich mich jederzeit über eine E-Mail.![]() Übersicht der wichtigsten Schutzziele der LVZ-West im größeren Umkreis um Rottweil, ankllicken zum Vergrößern ![]() Übersicht der bekannten Einrichtungen unmittelbar um Rottweil ![]() Luftbild des "Pulverlochs", ankllicken zum Vergrößern Das Pulverloch war während des Krieges entgegen anderslautender "Gerüchte" nicht speziell getarnt. Zumindest liegt mir ein Luftbild von Anfang 1945 vor (für Rottweil die gefährlichste Zeit*), auf dem das gesamte Areal erkennbar ist. Lediglich die tiefstehende Sonne und der daraus resultierende Schattenwurf sorgen für eine gewisse "Tarnung". Umso verwunderlicher ist es, dass die Fabrik niemals getroffen wurde. Nördlich, in Richtung Dietinger Wasen, glaube ich auf dem Bild allerdings einen Bombenkrater zu erkennen. * Erster Jagdbombeangriff am 14. Oktober 1944, ab Februar 1945 schließlich Angriffe auf das gesamte Stadtgebiet und schwere Beschädigung des Bahnhofs und der Bahnlinie (Quelle: Winfried Hecht, Rottweil 1802-1970, S. 204 - 205) Kostenlose Homepage Besucher seit 22.06.2012 |